Stein zu Stein – der Hof, der wird bald
fertig sein . . .!
von Frieder Leupold
Wenn ein
Pflaster auflegt wird,
ist es gewöhnlich, um eine Verwundung zu pflegen . . . In
unserem Falle aber
sollte es eher eine dauerhafte Sache werden. Unser Hof litt seit der
Erweiterung unseres Parkplatzes unter den immer wiederkehrenden
Regenfällen,
die zwar gut in Richtung Bach abflossen, aber dabei immer Teile unserer
Hofoberfläche mit sich nahmen.Das bedeutete Löcher
und Rinnen
immer wieder füllen, Straße kehren und Abfluss
reinigen . . . Damit sollte nun
endlich Schluss sein!
Die
Chance, die Kosten möglichst
gering zu halten, ließ uns die Wahl für
Betonpflaster treffen, denn hier würden
sich viele fleißige Helfer einbringen
können. So begannen wir Ende Mai mit der
Planung und Festlegung der endgültigen Höhen,
Abtragen des zu hohen Bodens und
Austausch des nichttragfähigen Unterbaus gegen Frostschutz.
Außerdem mussten
Entwässerungsleitungen neu verlegt oder verändert
werden.
Die
größte Überraschung erlebten
wir, als unter der Erde eine für die Ewigkeit gefertigte
betonierte Platte zum
Kohlen-abkippen aus der Zeit der Kohleheizungen auftauchte.
Fatalerweise musste
die Abwasserleitung mitten hindurch – das hieß: mit
großem Stemmhammer den
Arbeitseifer unserer Vorfahren zu zerstören, um der
notwendigen Fließrichtung
und dem Gefälle Genüge zu tun. Das kostete
natürlich schon mal viel Schweiß und
manche Arbeitsstunde.

Eine
große Hilfe war dabei die
Bereitstellung eines Baggers durch die Henkel-Bau GmbH und die Abfuhr
des
Aushubs durch die Fa. Ullrich aus Breitenbach. Endlich war das Planum
für die
Pflasterfläche fertig und die eigentliche Arbeit konnte
beginnen. So wurden am Samstagmorgen
die ersten Pflastersteine verlegt – nicht ohne
Schwierigkeiten, denn es galt
sich über erstmal über das Muster zu streiten bzw. zu
einigen.
Bald
wurden neue Tücken sichtbar:
schnell wurden gewollte Geraden krumm, die Farbwechsel mussten
korrigiert oder
die unterschiedlichen Formate ausgewechselt werden. So kam es bei aller
Sommerwärme zusätzlich auch manchmal zu
„hitzigen“ Debatten, die sich aber
durch den Blick auf das Ziel und kühle Getränke, aber
auch den Umfang der noch
anstehenden Arbeit beilegen ließen.
Viele
Hände machen ein schnelles
Ende – da gab es keine Altersgrenze nach oben und unten,
nicht
Unterschied nach
Mann und Frau, nicht Arbeiter oder Ingenieur . .
.! – das
war auch auf unserem Hof zu merken, denn wir brauchten nur reichlich
vierzehn Tage, um den ganzen Hof zupflastern, jeden Abend und an den
Samstagen
waren andere Helfer am Werk, um Steine herbei zu tragen, sie auf das
vorher
abgezogene Splittbett entsprechend der Form, Farbe und
Größe
zu legen, oder um
die Fugen mit Einkehrsand zu füllen. Dabei sollen auch die
nicht
vergessen
werden, die am Rand die Steine mit einer Pflastersäge genau
einpassten, und natürlich
auch die nicht, die um das leibliche Wohl der Arbeiter besorgt waren
und sich
bei der Versorgung engagierten..
Endlich
war dann auch der letzte
Stein gelegt und abgerüttelt, die letzte Fuge gefüllt
und auch das Werkzeug
wieder weggeräumt – übrig blieb ein
„neuer“ sauberer bunter Hof, auf dem das
Parken ganz neue Freude macht, zum Gottesdienstbesuch oder auch zu
einem
Schwätzchen auf dem Hof einlädt. Vor allem aber
hinterlässt es bei allen, die
mitgearbeitet haben, das stolze Gefühl, etwas Tolles
geschaffen zu haben und
anderen Freude macht . . .
Unsere
Nachbarn sind wieder
einmal neu begeistert, was wir als Gemeinschaft in Gemeinschaft
geschafft haben. Ein großer Dank gilt auch
Karl-Heinz Kroll, der die Arbeit in seiner eigenen Art
würdigte und jeden mit
einer Aufmerksamkeit prämierte und einem Dankeschön
bedachte, der mit dabei
gewesen war – sehr zur Freude unseres Edeka-Marktes
– denn es waren doch einige
. . .

|